Neuere Forschungsarbeiten zeigen nun, dass nicht nur Athleten und Spitzensportler von Kreatin profitieren können, sondern auch Personen, die in Beruf und Alltag unter physischem Leistungsdruck stehen, sowie Rekonvaleszente, deren Muskelmasse und Kraft nach längerer Bettlägerigkeit stark reduziert worden ist.
Dasselbe gilt insbesondere auch für Vegetarier und ältere Personen, die nachweislich signifikant niedrigere Kreatin- und Phospho-Kreatin Spiegel in ihren Muskeln aufweisen (Smith et al. 1998). Auf Grund der positiven Berichte vieler Personen, die Kreatin zu sich nehmen, kann gefolgert werden, dass diese Substanz auch die Leistung des Gehirns, z.B Lernen und Gedächtnis, sowie die Koordination der Bewegung verbessern. Viele Probanden berichten zudem, dass sie sich mit Kreatin schneller und besser erholen und weniger Schlaf benötigen.
Die muskulären Phospho-Kreatin-Speicher nehmen mit dem Alter nämlich deutlich ab (Pastoris et al. 1998) und die Gruppe der Personen ab 50 Jahren profitieren am meisten von einer Kreatin-Supplementation (Smith et al. 1998). Es ist offensichtlich, dass sich eine Kreatin-Supplementation deshalb besonders auch für Senioren eignet und dieses Mittel als wertvolles Zusatz- und Aufbaupräparat für den Geriatriebereich auch in Alters- und Pflegeheimen mit Erfolg eingesetzt werden könnte. Kreatingaben wären sicher auch für magersüchtige jüngere und ältere Patienten zu empfehlen.
Es ist allgemein bekannt, dass schon
nach relativ kurzer Bettlägerigkeit sowohl die Muskelmasse als auch die Muskelkraft
von immobiliserten Patienten signifikant abnehmen und ein Wiederaufbau des Muskelapparates
während der Regeneration auch unter regelmässiger Physiotherapie und
mit entsprechendem Krafttraining längere Zeit in Anspruch nehmen kann. In
diesem Zusammenhang ist kürzlich ein Durchbruch mit der Anwendung von Kreatin
gelungen. Es konnte nämlich gezeigt werden, dass bei freiwilligen Probanden,
denen während 2 Wochen ein Bein von der Hüfte bis zu den Zehen eingegipst
(immobilisiert) worden war, durch Kreatineinnahme der Verlust an Muskelmasse am
immobilisierten Bein im Vergleich zu einer Kontrollgruppe zwar nicht signifikant
vermindert werden konnte, aber dass sich sowohl Muskel- und Kraftzuwachs nach
Entfernung des Gipses während der Regenerationsphase bei der Kreatin-Gruppe
deutlich besser entwickeltem und die Durchmesser aller Muskelfasern nach der Regeneration
signifikant grösser waren als bei der Kontrolgruppe, die kein Kreatin zu
sich nahm (Hespel et al. 2001).